Dodge and Burn Tutorial

Posted on 15-04-2009

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Dodge and Burn (zu deutsch Abwedeln und Nachbelichten) ist eine Technik, die es schon gab, als Fotos noch in der Dunkelkammer entwickelt und bearbeitet wurden, aber im Moment dank Photoshop, Gimp und Co wieder sehr in ist. Die Technik wird von vielen unter anderem dafür verwendet, um den Bildern einen eigenen Stil zu verpassen oder einen leicht malerischen Look zu erzeugen.

Dodge and Burn mit neutral grauer Ebene

Anhand von einem Bild von Model Cyana möchte ich Euch zeigen, welchen Effekt man mit Dodge and Burn erreichen kann und wie ich zu diesem Ergebnis komme. Wenn ihr mit der Maus auf das Bild geht, seht ihr, wie es ohne Dodge and Burn aussieht. Der Effekt ist relativ subtil und kann natürlich auch stärker als hier eingesetzt werden.

cyana_20090222_125_dodged

Stefan Kassal - zoonar

Dodge and Burn (kurz D&B) dient im Prinzip nur dazu, Lichter und Schatten zu betonen und damit Kontraste im Bild zu verstärken. Das können vorhandene Lichter und Schatten sein, man kann aber auch neue hinzufügen und damit die Lichtstimmung in einem Bild verändern.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Techniken für D&B , Photoshop bietet ja auch zwei Werkzeuge, die genau so heissen. Ich selbst arbeite mit Photoshop CS4, aber die Technik ist genauso auf ältere Versionen von Photoshop oder auch andere Programme wie Gimp oder Paint Shop Pro übertragbar.

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Meine Technik also sieht so aus:

  • Neue Ebene im Modus weiches Licht (Soft Light) anlegen mit neutral Grau füllen. Diese Ebene verändert erstmal gar nichts, da das 50% Grau in diesem Ebenenmodus unsichtbar wird.
  • Mit einem sehr weichen Pinsel, wenig Deckkraft und den Farben Weiss und Schwarz (Taste D drücken, um Vordergrund- und Hintergrundfarbe so zu setzen) male ich jetzt die Schatten und Lichter ein.
    Damit das ganze einfacher und schneller geht, habe ich mir eine Taste auf dem Stift von meinem Wacom Intuos3 Tablet mit dem X belegt, das in Photoshop Vorder- und Hintergrundfarbe tauscht. Somit kann ich also schnell zwischen schwarz und weiss wechseln. Die Deckkraft der Farbe regle ich über den Druck des Stiftes.
    Das ganze geht natürlich auch mit der Maus, aber ist dann deutlich aufwendiger, weil man dann Deckkraft nicht so intuitiv steuern kann.
  • Durch das Arbeiten auf der neuen Ebene arbeite ich komplett nicht destruktiv und ändere nicht die Originalpixel meines Bildes. Über die Deckkraft der Ebene kann ich zusätzlich die Intensität des Effekts steuern.
  • Wer gerne viele Ebenen verwendet, kann natürlich die Lichter und Schatten jeweils auf einer eigenen Ebene malen und auch noch das Model und die Kleidung auf verschiedenen Ebenen trennen. Der Vorteil dabei ist, dass man über die Deckkraft der Ebenen dann noch genauer einstellen kann, wie stark der Effekt zu sehen sein soll.

Wer diese Technik noch nie eingesetzt hat, wird sich jetzt – genau wie ich früher – wundern, wie denn diese graue Ebene so aussieht, auf der man die Lichter und Schatten malt. Seht selbst:

cyana_20090222_125_dodge_layer

Zu wissen, an welchen Stellen man abdunkelt bzw. aufhellt ist mir am Anfang am schwersten gefallen. Mit etwas Übung entwickelt man aber einen Blick dafür.

Also lasst Euch nicht entmutigen, wenn es nicht gleich klappt!

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Dodge and Burn mit Gradationskurven

Jetzt stelle ich Euch noch eine andere Technik  für Dodge and Burn (Abwedeln und Nachbelichten) vor. Dieses Mal nicht mit einer neutral grauen Ebene, sondern eine andere Technik mit man auch sehr gezielt abdunkeln und aufhellen kann.

Nicht nur in Photoshop führen viele Wege zum Ziel, deshalb verwende ich dieses Mal zwei Gradationskurven um diesen Effekt zu erreichen.  Das Ziel bleibt dabei das gleiche wie beim letzten Mal: ich möchte die Kontraste verstärken um damit bestimmte Details im Bild hervorzuheben.

Das Ausgangsbild ist aus einem Shooting mit Model Dreamlight. Da Bild ist so allerdings nicht direkt aus der Kamera, sondern ich habe schon eine kleine Beauty Retusche gemacht. Wenn ihr mit der Maus auf das Bild geht, seht ihr, wie es nach der Dodge and Burn Bearbeitung aussieht.

Dodge_and_Burn_Tutorial_start_C_Stefan_Kassal

Wie habe ich also hier gearbeitet? Wie schon angedeutet, habe ich mit Gradationskurven gearbeitet, nämlich mit zweien. Eine ist für das Aufhellen, die andere für das Abdunkeln zuständig.

Über eine schwarze Ebenenmaske blende ich die Einstellungsebene erst einmal komplett aus. Anschliessend male ich mit weiss an den Stellen auf der Ebenenmaske, an denen ich entweder nachbelichten oder abwedeln möchte. Hier empfiehlt es sich wieder, mit einem Grafiktablett zu arbeiten, so dass man die Deckkraft der Farbe fein über den Druck des Stiftes regeln kann. Es geht aber natürlich auch ohne, allerdings muss man dann die Deckkraft manuell einstellen.

Die beiden Ebenen bzw. Ebenenmasken sehen bei mir am Ende so aus:

Dodge_and_Burn_Tutorial_Dodge_Ebene_C_Stefan_KassalDodge_and_Burn_Tutorial_Burn_Ebene_C_Stefan_Kassal

Diese Technik hat meiner Meinung nach einen grossen Vor- und Nachteil.

Der Vorteil ist, dass die Übergänge zwischen den bearbeiteten Stellen und den angrenzenden, die nicht verändert werden sollen, fliessender ist. Den Nachteil, den ich sehe, ist, dass man jedes Mal die Ebene wechseln muss, wenn man statt aufzuhellen eben abdunkeln möchte. Das konnte ich bei der letztens vorgestellten Technik schön über die Taste X machen, da ich auf nur einer Ebene gearbeitet habe. Dafür kann ich natürlich hier über die Ebenendeckkraft den Effekt feiner dosieren und zwar unabhängig fürs Aufhellen und Abdunkeln. Im Prinzip muss jeder selber ausprobieren, mit welcher Technik man besser zu Recht kommt.

Die beiden Gradationskurven müssen im Übrigen nicht zwingend im Ebenen Modus „Normal“ angewandt werden. Manchmal liefert hier der Modus „Luminanz“ bessere Ergebnisse, da die Tonwerte damit nicht verändert werden.

Eigentlich wäre das Bild nach dieser Bearbeitung auch schon fertig, ausser man möchte dem Bild einen bestimmten Look verleihen. Genau das habe ich hier am Ende noch gemacht.

Dodge_and_Burn_Tutorial_final_C_Stefan_Kassal

Stefan Kassal - mygallStefan Kassal - zoonar

**** ROTATE ****

Comments posted (13)

Danke! Im Moment ruht der Blog gerade etwas, aber das muss nicht immer so bleiben 😉

Gutes Dodge & Brun Tutorial!
Ich finde gut das du am ende Vor- und Nachteile aufgeführt hast. Viele übertreiben es ja etwas mit der Bilfbearbeitung (für meinen Geschmack) in dem Berreich.

Sag mal wird dein Blog noch aktuell weiter geführt ?

Gruß Stephan

[…] die Kurzform, schöne Anleitungen habe ich hier (ein Video, sehr gut, allerdings auf englisch) und hier (auf deutsch) gefunden. Und dazuein paar Beispielbilder. Mein Freund trägt ja gerne Kappe. Das […]

Bin gerade über das DSLR Forum hier gelandet und total begeistert von der Technik. Danke für’s Zeigen! :)

[…] künstlichen schneien lassen kann : Jede Menge Tutorials zur Photoshop Bildbearbeitung…. : Die klassische Retusche Technik “Dodge and Burn” mit Photoshop. Die Technik das Abwedeln… […]

Sehr Interessant. Hab bisher nur mit dem PS Standardwerkzeug gearbeitet und nun deine Techniken mal ausprobiert. Mal sehen für welche Technik ich mich in Zukunft entscheide.

[…] Auf capture-the-light.de findet Ihr ein Tutorial zum Thema „Abwedeln und Nachbelichten“. Diese Anleitung soll nicht nur für Photoshop CS 4, sondern auch für älter Versionen von Photoshop und andere Bildbearbeitunsgprogramme, wie Paint Shop Pro oder Gimp, geeignet sein. Zum Tutorial auf capture-the-light.de gelangt Ihr hier. […]

Diese Technik ist einfach genial. :)
Vielen Dank für diese gute und ausführliche Erklärung!
Habe mir grade Photoshop runtergeladen und mir auch dank dieser Seite die Bedienung selbst beigebracht.
Danke nochmal, lg

Das Ergebnis ist wirklich sehr schön. Danke für die Beschreibung

@Paulchen: Es stimmt schon, dass es die Technik als solche schon viel länger gibt, das schreibe ich ja auch im ersten Satz.
Dass die Technik mit Photoshop nichts zu tun hat, ist allerdings so nicht richtig, da die beiden Werkzeuge ja zur Verfügung stehen. Meine hier gezeigte Technik simuliert praktisch den Nachbelichter und Abwedler.

„…sondern auch daran, dass es Teil einer sehr mächtigen Photoshop Technik ist“

Diese Aussage ist generell falsch. Abwedeln und Nachbelichten sind Techniken, die schon seit Bestehen der Photografie existieren – also haben mit Photoshop nichts zu tun.

Die beiden Werkzeuge hast (zum Glück) sehr sparsam eingesetzt. Manche Bilder sind davon richtig nachgemalen.

So long

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