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Der Amateur sorgt sich um die richtige Ausrüstung, der Profi sorgt sich ums Geld und der Meister sorgt sich ums Licht
(gefunden bei FC-User Georg IR)
Licht gibt es auf so einem Jahrmarkt oder Frühlingsfest jede Menge, es stimmungsvoll einzufangen, ist aber eine ganz andere Sache. Die Blenden- oder Zeitvorwahl der Kamera hilft da allein nicht mehr weiter. Eventuell kann man sich noch mit einer Spotmessung retten, oder man stellt gleich auf den manuellen Modus und entscheidet selbst, wie die Szene belichtet werden soll. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist das ja kein Problem mehr, da man das Ergebnis sofort sehen kann und bei Nichtgefallen die Einstellung ändern kann.
Trotzdem schreckt der manuelle Modus viele Besitzer von Kameras ab. Dafür gibt es aber gar keinen Grund!
Zusammen mit Phil, der sich selbst einige Regeln für die Fototour auferlegt hat, stürzte ich mich – bewaffnet mit Stativ und 24-70mm Objektiv auf der Kamera – in das Treiben. Das Stativ ist natürlich ein Garant dafür, dass wenigstens der Teil der Bilder scharf wird, der sich nicht bewegt, andererseits aber auch etwas umständlich, wenn man es ständig auf- und abbauen muss.
Allerdings kann man so ein Dreibein-Stativ auch wunderbar als Einbein
“missbrauchen”, indem man die Beine nicht abspreizt und schon blockiert man nicht mehr den ganzen Weg.
Mein fotografisches Ziel für diesen Abend war es, nicht die typischen Jahrmarktbilder zu machen, sondern Dynamik und Bewegung auf meinen Sensor zu bannen.
Um das zu erreichen, habe ich verschiedene Stilmittel eingesetzt. Eins davon ist ein ungewöhnlicher Blickwinkel. Hält man die Kamera nicht gerade, sondern kippt sie n
ach links oder rechts, bekommt man mehr Dynamik ins Bild.
Ein weiteres Stilmittel, das sich gerade zu aufdrängt bzw. manchmal gar nicht vermeiden lässt, ist das Verwischen von Lichtern. Es gibt wahrscheinlich keine bessere Möglichkeit, um Bewegung und Geschwindigkeit abzubilden. Wichtig ist dabei, dass es wenigstens einen Punkt im Bild gibt, der nicht verwischt sondern scharf ist. Zum einen weil man sonst meinen könnte, das Bild sei einfach verwackelt, und zum anderen damit das Auge einen Punkt hat, auf dem es ruhen kann.
Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe lässt sich eh kaum vermeiden, da viele der Bilder aufgrund des Licht mit relativ offener Blende gemacht wurden. Aber das ist ja auch ein beliebtes Stilmittel und wahrscheinlich ein entscheidender Punkt, warum man überhaupt mit einer Spiegelreflexausrüstung arbeitet.
So habe ich hier auf das Wasser fokussiert und damit sind die Farbgäste schon wieder ausserhalb der Schärfeebene und damit unscharf.
Ausserdem ist das natürlich ein Punkt, an dem das Fahrgeschäft noch mal so richtig Gas gibt und somit auch noch ein bisschen Bewegungsunschärfe dazu kommt.
Der Zoomeffekt, bei dem man während dem Auslösen aus dem Bilder heraus- oder hineinzoomt, bietet sich auch immer wieder an, wenn viele Lichter im Hintergrund sind. Wer jetzt natürlich nur mit Festbrennweiten arbeitet, tut sich dabei relativ schwer
Wer meine Bilder kennt, der weiss, dass diese Bilder nicht so ganz in meine Arbeitsschwerpunkte passen, aber manchmal macht es einfach Spass, mal was anderes zu probieren und einfach zu experimentieren.
Die Bilder sind dieses Mal auch praktisch unbearbeitet und nur in Lightroom entwickelt.
Also geht raus und traut Euch, auch mal was anderes zu probieren, mal nicht die Arbeit der Kamera zu überlassen, sondern selber Blende UND Verschlusszeit auswählen.
Verlieren kann man dabei nichts und wenn die Bilder gar nichts werden, kann man sich darüber Gedanken machen, an was es lag und es beim nächsten Mal anders machen.

die Bilder sahen auf deinem Display schon geil aus. Sind echt stark geworden, mit dem Stativ kann man die Bewegung einfach besser festhalten.
Und wir hätten doch noch ins Riesenrad gehen sollen
Phil