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In diesem Beitrag möchte ich Euch einen Weg vorstellen, wie ich eine Beauty- oder auch Hautretusche durchführe. Zuerst einmal das Ausgangsbild.
Das Bild meines Models sieht eigentlich schon sehr gut aus, aber trotzdem werde ich eine Beautyretusche durchführen um das Bild mehr in Richtung Cover eines Hochglanz- oder Modemagazins aussehen zu lassen.
Wie immer arbeite ich dabei mit Adobe Photoshop CS4, die Schritte sind aber auch in älteren Versionen von Photoshop oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen wie z.B. The Gimp möglich.
Im ersten Schritt bessere ich kleinere Hautunreinheiten aus. Da ich gerne möglichst nicht-destruktiv arbeite, lege ich mir deshalb eine Kopie der Hintergrundebene an (Ctrl-J) und arbeite auf dieser. Mein Lieblingswerkzeug dafür ist das Ausbessernwerkzeug. Damit markiere ich den Bereich, den ich ausbessern möchte und ziehe ihn auf einen ähnlichen Bereich, der keine “Makel” hat. Bei solchen Arbeiten ist es meist sinnvoll, sich das Bild in der Zoomstufe 100% anzeigen zu lassen.
Als nächstes lege ich mir wieder einen Ebenenkopie an, stelle den Ebenenmodus auf Strahlendes Licht (Vivid Light) und invertiere das Bild (Ctrl-I). Das Ergebnis ist erst einmal etwas ungewöhnlich aus, aber das passt so.
Bevor ich weitermache, konvertiere ich diese Ebene für Smartfilter, so dass ich später die Filtereinstellungen noch anpassen kann. Dann rufe ich als ersten Filter den Gausschen Weichzeichner (Gaussian Blur) auf und bringe wieder ein bisschen Struktur zum Vorschein.
Gleich anschliessend kommt der Hochpassfilter (High Pass) zum Einsatz, der das ganze Bild recht weich macht. Die Einstellung wähle ich dabei so, dass mir die Haut gefällt.
Was dabei mit dem Rest des Bildes passiert, interessiert mich nicht, da ich den Effekt mit Hilfe einer Ebenenmaske eh nur da einblende, wo ich ihn brauche, nämlich auf der Haut.
Das ist auch schon der nächste Schritt. Mit einer schwarzen Ebenenmaske blende ich die Bearbeitung durch die Filter aus und male dann mit einem weichen Pinsel und der Farbe Weiss den Effekt an den entsprechenden Stellen wieder ins Bild. Da ich mit einem Wacom Grafiktablett arbeite, habe ich den Pinsel so eingestellt, dass die Deckkraft über den Stiftdruck geregelt wird. Ich kann damit also regulieren, wie stark ich den Effekt an den unterschiedlichen Stellen haben möchte. Über die Ebenendeckkraft kann ich abschliessend ein weiteres mal nachregulieren, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
Die Bearbeitung der Hautstruktur ist damit abgeschlossen. Mein Model hat nun ein schönes gleichmässiges Hautbild, ohne dass ich alles weich gemanscht habe und es ist damit immer noch die Struktur der Haut und die Hautporen zu sehen.
Bis ich mit dem Bild und der Retusche ganz fertig bin, fehlen aber noch ein paar Schritte. Als nächstes möchte ich den Hautton und damit das Gesamterscheinungsbild verändern. Dafür brauche ich eine Auswahl, die die Hautfläche des Models beinhaltet. Hier gibt es natürlich jede Menge Möglichkeiten, ich habe mir hier eine Luminanzmaske erstellt, in dem ich zur Kanalpalette gewechselt bin und mit gedrückter Ctrl-Taste auf den RGB-Kanal klicke. Diese Auswahl ist schon recht gut und braucht nur ein paar kleine Verbesserungen, die ich dann im Quickmask Modus gemacht habe.
Nachdem die Auswahl erstellt ist, kopiere ich sie auf einen neue Ebene und rufe dann die Ebenenstile auf. Der Stil Schatten nach innen (Inner Shadow) ist hier die richtige Wahl. Wichtig ist noch, den Modus auf Negativ Multiplizieren (Screen) zu stellen und eine passende Farbe auszuwählen.
Die nächste Ebene ist eine Dodge and Burn Ebene, mit der ich die vorhandenen Lichter und Schatten verstärken und/oder abschwächen kann. Dazu lege ich mir eine neue Ebene an, wähle als Modus Weiches Licht (Soft Light) und gebe gleich mit an, dass die Ebene in der neutralen Farbe, in diesem Fall Grau, gefüllt werden soll.
Mit schwarz und weiss male ich nun auf dieser Ebene und kann somit abdunkeln und aufhellen. Der Pinsel ist dafür wiederum sehr weich eingestellt, die Deckkraft regele ich weiterhin über den Stiftdruck.
Auch hier kann man natürlich über die Ebenendeckkraft den Effekt noch regulieren. Es sollte meiner Meinung nicht zu heftig, sondern eher dezent sein. Aber das ist natürlich – wie die gesamte Bearbeitung – immer Geschmackssache.
Damit bin ich mit der Retusche soweit fertig. Was mir zu dem Bild noch fehlt, ist die Bearbeitung für den finalen Look, den ich haben möchte, aber das soll nicht Gegenstand dieses Artikels sein.
Hier sind alle Ebenen in der Übersicht. Damit das ganz übersichtlicher ist, habe ich für die zwei Hauptbearbeitungsschritte Retusche und Final Look Ebenen Gruppen angelegt.
Ich hoffe, das Tutorial hat Euch was gebracht und ihr könnt die Schritte nachvollziehen. Noch ein kleiner Tip zum Abschluss: Bei der Hautretusche sollte immer daran denken, dass man nicht nur die Hautstruktur im Gesicht des Models bearbeitet, sondern auch alle anderen Hautstellen wie Arme, Beine oder Dekollete mit einbezieht.
Das finale Bild sieht bei mir dann so aus:











Hi Minimize,
ja, ich habe bei vielen gelernt… dem Brownz, Uli Staiger, Karsten Rose, Calvin Hollywood und vielen anderen. Im Prinzip sind die verwendeten Techniken ja meist sehr ähnlich.
Gruss,
Stefan
Hi Stefan,
wenn ich mir deine Tipps so anschaue, hast du da was bei Calvin Hollywood abgeschaut
?
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Hendrik Krönert und Stefan. Stefan sagte: Wie funktioniert eine #Beautyretusche oder #Hautretusche – ein Tutorial dazu auf meinem Blog: http://bit.ly/3U3AHK [...]
Danke für den Hinweis mit dem Google Reader. Das war natürlich keine Absicht. Werde ich mir morgen gleich ansehen…
Mit den Puppengesichtern hast Du auch Recht. Der Effekt kann schnell übertrieben wirken…
Gutes Tutorial – hier muss man immer extrem aufpassen, keine “Puppengesichter” zu fabrizieren.
Der Google Reader ist übrigens ganz betrübt, dass du ihn als Hotlinker brandmarkst. Ich nehme an, dass war so nicht gedacht, sonst hättest du den Artikel ja komplett aus dem Feed genommen.