Sexy High Key Portrait – eine PSD Datei mit allen Ebenen

Posted on 16-11-2010

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Im heutigen Post stelle ich Euch wieder eine PSD Datei mit allen Ebenen zum Download bereit.

Warum ich das mache? Ganz einfach:

Ich selbst habe sehr viel von dem was ich über Fotografie und Bildbearbeitung weiss, aus dem Netz, aus den unterschiedlichsten Communities, Blogs und freien Tutorials.

Mit Artikeln wie diesem möchte ich einfach was zurück an die Community geben und hoffe, dass der ein oder andere noch etwas von mir lernen kann.

Auch wenn ich die Datei kostenlos zum Download anbiete, darf sie nicht weitergegeben oder an anderer Stelle zum Download oder Ähnlichem angeboten werden. Sie ist nur für Euch persönlich gedacht, damit ihr die einzelnen Ebenen anschauen und die Techniken lernen könnt, die ich hier verwendet habe. Jede Weiterverbreitung ist untersagt!

Die PSD Datei, die ich vor einiger Zeit zum Download angeboten hatte, war relativ einfach aufgebaut. Die heutige ist schon etwas komplizierter auf aufwendiger.

Neben einer Beauty Retusche kommen Kontrast verstärkende Techniken wie Dodge & Burn und Highpass Filter zum Einsatz. Zum Schluss wird noch der finale Farblook angepasst.

Das ganze habe ich nur mit den Standard Werkzeugen von Adobe Photoshop CS4 gemacht, es sind also keine zusätzlichen Filter notwendig.

Leider hat die Qualität des Bildes etwas darunter gelitten, dass ich Datei doch recht stark verkleinern musste, damit die Dateigrösse nicht so gross wird, dass ich sie nicht mehr auf meinen Server laden kann.

Die PSD Datei hat das Farbprofil ProPhoto RGB zugewiesen. Ihr solltet Euer Photoshop also so eingestellt haben, dass es das Farbprofil ausliest und verwendet, sonst passen die Farben nicht.

So, jetzt aber zu dem Bild, um das es heute geht. Es ist bei einem Shooting mit Model Veruca aus der Modelkartei entstanden.

PSD Datei mit allen Ebenen eines sexy High Key Portrait von Model Veruca

Hier könnt ihr das Bild runterladen.

Fotografiert habe ich das Bild in meinem kleinen Studio vor bzw. auf einem weissen Papierhintergrund.

Das Hauptlicht war ein Beauty Dish von links oben. Damit der Hintergrund möglichst Weiss wird, wurde er mit zwei Blitzen ausgeleuchtet.

Auf dem folgenden Bild könnt ihr das Lichtsetup sehen:

Bevor ich jetzt auf die einzelnen Ebenen eingehe und ein paar Worte dazu schreibe, möchte ich Euch noch kurz erklären, was mein Ziel bei diesem Bild war bzw. was es nicht war:

Ich wollte das Bild so bearbeiten, dass mein Model ein bisschen „puppenhaften“ aussieht und das Bild insgesamt einen leichten malerischen bzw. grafischen Look bekommt. Mir kam es überhaupt nicht darauf an, dass das Bild „natürlich“ aussieht, es sollte eher eine Bearbeitung in Richtung Hochglanz Magazin werden.

Das solltet ihr im Hinterkopf behalten, weil es entscheidend für die eingesetzten Techniken ist. Eine Beauty Retusche für ein Portrait, das sehr natürlich aussehen soll, funktioniert eben ganz anders als eine, bei dem man das Natürlich eher ausschalten möchte.

Genug Einleitung, auf zu den einzelnen Ebenen!

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Background

Normalerweise mache ich auf dieser Ebene gar nichts, sondern lege immer erst einmal eine Kopie an, auf der ich dann arbeite. Hier habe ich eine kleine Ausnahme gemacht um eine Ebene (und damit Speicherplatz) zu sparen und ein paar Korrekturen mit dem Ausbessern Werkzeug direkt auf dieser Ebene gemacht.

Dabei habe ich hauptsächlich ein paar Muttermale und Fuseln entfernt.

Hintergrund säubern

Den Hintergrund wollte ich komplett weiss haben, damit nichts vom Model ablenkt. Schon gar nicht dunkle Stellen oder Dreck, der auf dem weissen Papierhintergrund war. Um das zu erreichen habe ich hier ganz einfach mit einem weichen Pinsel und weisser Farbe an den Stellen über den Hintergrund gemalt, die nicht komplett weiss waren.

Man hätte hier sicherlich auch mit Gradationskurven arbeiten können, aber das Malen mit der Farbe erschien mir hier einfacher und schneller. Es funktioniert allerdings nur dann gut, wenn der Hintergrund eine klar definierte Farbe wie Weiss oder Schwarz haben soll.

Haut – Gruppe Haut

Hier geht es an den ersten Schritt der Hautbearbeitung und damit der Beauty Retusche. Als erstes habe ich einen Farbfreisteller mit den Hauttönen gemacht. Dafür verwende ich im Menu Select-Color Range… (Auswählen-Farbbereich…) und nehme mit der Pipette einen Hautton auf. Jetzt muss man ein bisschen mit den Reglern rumspielen, damit die Auswahl möglichst gut wird.

Perfekt habe ich es nicht hinbekommen, deshalb musste ich anschliessend mit Hilfe des Quick Mask Modus noch ein bisschen nacharbeiten. Durch die Vorarbeit mit der Farbauswahl geht das dann aber recht schnell.

Nachdem ich mit dem Ergebnis zufrieden war, habe ich die Auswahl auf eine neue Ebene kopiert, diese in ein Smartobjekt umgewandelt und dann den Filter Dust and Scratches (Staub und Kratzer) aufgerufen. Über die Ebenenmaske habe ich die Stellen wieder ausmaskiert, an denen der Effekt zu stark war und dann den Effekt insgesamt über die Deckkraft der Ebene geregelt.

Diesen Filter würde ich beispielsweise nicht so anwenden, wenn es mir auf eine möglichst natürliche Bildwirkung ankommen würde.

Kontraste – Gruppe Haut

Nach dem letzten Schritt ist das Bild erst einmal sehr weich geworden. Um die Konturen wieder hervorzuholen, verwende ich eine Highpass Filterung und das geht so:

Zuerst alle Ebenen auf eine neue zusammenfassen (Ctrl+Alt+Shift+E), die neue Ebene auf den Verrechnungsmodus Hard Light (Hartes Licht) setzen, in ein Smartobjekt umwandeln und dann den Highpass Filter aufrufen. Die Einstellungen des Filters habe ich so eingestellt, dass wieder ausreichend Konturen in dem Bild zu sehen sind.

Auch hier habe ich wieder den Effekt über eine Ebenenmaske an manchen Stellen etwas zurückgenommen.

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Hautfarbe – Gruppe Haut

Um die Farbe der Haut etwas anzupassen, verwende ich sehr gerne eine Einstellungsebene vom Typ Solid Color (Volltonfarbebene) im Modus Soft Light (Weiches Licht). Die Stärke des Effekts wird wiederum über die Ebenenmaske und die Deckkraft der Ebene eingestellt.

Beauty Retusche – Gruppe Haut

Die Technik für die Beauty Retusche, die ich hier verwendet habe, hatte ich früher schon einmal erklärt, aber ich fasse es trotzdem noch mal in ein paar kurzen Worten zusammen:

Als erstes brauche ich dafür wieder eine Ebene, die alle bisherigen zusammenfasst (Ctrl-Alt-Shirt-E). Diese setze ich in den Modus Vivid Light (Strahlendes Licht) und invertiere sie (Ctrl-I). Das Ergebnis sieht jetzt etwas seltsam aus, aber wir sind ja auch noch nicht fertig.

Die neu erstellte Ebene wird in ein Smartobjekt umgewandelt und dann als erstes der Filter Gaussian Blur (Gauss’scher Weichzeichner) aufgerufen. Mit diesem hole ich die Details des Bildes wieder hervor.

Der zweite entscheidende Filter ist wieder der Hochpass Filter. Der sorgt jetzt dafür, dass die Haut weicher wird. Dass das Bild insgesamt jetzt zu weich ist, stört nicht. Ihr solltet bei den Filtereinstellungen nur darauf achten, dass die Haut so aussieht, wie ihr sie haben möchtet.

Natürlich soll der Effekt nicht auf das ganze Bild angewendet werden, sondern nur auf die Haut des Models. Als lege ich eine neue schwarze Ebenenmaske an male den Effekt mit einem weichen weissen Pinsel an den Stellen auf das Bild, wo ich ihn haben möchte.

Malhaut – Gruppe Haut

Da mir die Haut an manchen Stellen noch etwas zu fleckig war, lege ich eine neue leere Ebene an und male darauf:

Auch wenn man mit einem druckempfindlichen Stift arbeitet, empfiehlt es sich, den Fluss des Pinsels etwas zu reduzieren, damit der Effekt nicht zu stark ist. Mit der Pipette (Taste Alt) nehme ich eine Farbe der Haut in der unmittelbaren Nähe auf, wo ich malen will, und male dann ganz  leicht über die Stellen, die mir noch nicht gefallen.

Mit Hilfe der Deckkraft der Ebene lässt sich der Effekt an so weit reduzieren, dass es passend aussieht.

Damit ist die Bearbeitung der Haut abgeschlossen.


Aufhellen – Gruppe Dodge and Burn

Als erste Ebene in meiner Dodge and Burn Gruppe habe ich eine zum gezielten Aufhellen. Dafür lege ich wieder eine leere Ebene an und male mit einem weichen weissen Pinsel die Stellen im Bild nach, die aufgehellt werden sollen. Der Verrechnungsmodus für die Ebene ist Sceen (Negativ Multiplizieren).

Nach Umwandeln der Ebene in ein Smartobjekt wende ich den Gauss’schen Weichzeichner darauf an, um die Übergänge noch weicher zu gestalten.

Jetzt kommt noch ein wichtiger Schritt:

In den Blending Options (Fülloptionen) der Ebene sind die Einstellungen für die darunterliegende Ebene angepasst. Dies bewirkt, dass der Übergang sanfter und natürlicher ist.

Abdunkeln – Gruppe Dodge and Burn

Analog zum vorherigen Schritt, dunkle ich hier ein paar Stellen etwas ab. Anstatt mit Weiss male ich deshalb mit Schwarz und der Ebenenmodus steht auf Overlay (Überlagern). Die restlichen Schritte sind aber die selben.

Dodge and Burn – Gruppe Dodge and Burn

Um die Kontraste noch weiter zu verstärken, habe ich hier noch eine Dodge and Burn Ebene angelegt und die Technik für Abwedeln und Nachbelichten auf einer neutral grauen Ebene angewandt. Das vollständige Tutorial dafür gibts in diesem Artikel, hier jetzt wieder die Kurzfassung:

Eine neue Ebene anlegen, den Verrechnungsmodus auf Soft Light (Weiches Licht) stellen und mit neutraler Farbe füllen.

Mit einem weichen Pinsel in den Farben Weiss und Schwarz auf der Ebene malen um Stellen aufzuhellen und abzudunkeln.

Die Effekte der drei Ebene der Dodge and Burn Gruppe sind in dem verkleinerten PSD leider nicht mehr so gut sehen, wie es in dem in voller Auflösung war. Am besten ihr probiert die hier beschriebenen Techniken bei Euren eigenen Bildern in voller Auflösung, dann seht ihr den Effekt besser.

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Curves 1 – Gruppe Kontraste

Die Beine und Hände waren mir noch etwas zu dunkel, also habe ich sie mit einer Gradationskurve im Modus Luminosity (Luminanz) ein bisschen aufgehellt und dann den Effekt mit einer Ebenenmaske dort ausgeblendet, wo ich ihn nicht haben wollte.

Layer 1 – Gruppe Kontraste

Auf dieser Ebene kommt eine weitere Technik zum Verstärken der Kontraste zum Einsatz. Alle Ebenen werden auf eine neue zusammengefasst (Ctrl-Alt-Shift-E) und diese auf den Verrechnungsmodus Soft Light (Weiches Licht) gestellt.

Damit nicht die Zeichnung in den Haaren verloren geht, habe ich diese Stellen mit einer Ebenenmaske ausgeblendet und anschliessend die Deckkraft der Ebene heruntergesetzt, damit die Kontraste nicht zu stark werden.

Layer 2  – Gruppe Kontraste

Noch mehr Kontraste arbeite ich hier mit einer weiteren Highpass Filter Ebene heraus.

Wieder werden alle Ebenen auf eine neue zusammengefasst (Ctrl-Alt-Shift-E) und der Highpass Filter aufgerufen. Da ich den Effekt nur an ein paar bestimmten Stellen möchte, lege ich mir eine schwarze Ebenenmaske an und mache den Effekt auf dem Shirt, den Haaren und teilweise im Gesicht wieder sichtbar.

Hue/Saturation 1 – Gruppe Final Look

Damit sind wir auch schon in der letzten Ebenengruppe angekommen, in der es um den endgültigen Look des Bildes geht, was Farbe und Licht angeht.

Als erstes nehme ich hier über eine Einstellungsebene vom Type Hue/Saturation (Farbton/Sättigung) die Rottöne etwas heraus in dem ich die Sättigung dieser verringere.

Levels 1- Gruppe Final Look

Das linke Bein des Models war mir an dieser Stelle doch etwas zu dunkeln geraten. Um das zu beheben, lege ich mir eine Einstellungsebene vom Typ Levels (Tonwertkorrektur) an und behebe das Problem. Eine Ebenemaske hilft mir dabei wieder, die Aufhellung nur an der gewünschten Stelle wirken zu lassen.

Vibrance 1- Gruppe Final Look

Da mir die Sättigung des Bildes noch nicht ganz gefällt, lege ich eine Vibrance (Dynamik) Einstellungsebene an und entsättige das Bild damit ein bisschen.

Color Fill 1- Gruppe Final Look

Damit mein Model jetzt nicht zu blass aussieht, verwende ich nochmal eine Einstellungsebene vom Typ Solid Color (Vollton) im Modus Soft Light (Weiches Licht).

Da ich nur den Hautton ändern will, lege ich mir eine Ebenenmaske an und blende den Effekt auf den Haaren, dem Shirt und den Augen aus.

Wenn ich Euch jetzt fragt, warum ich nicht auch den Hintergrund maskiert habe, das ist ganz einfach: Da der Hintergrund weiss ist, wirkt die Einstellungsebene nicht darauf!

Jetzt ist das Bild fertig und so wie ich es haben wollte. Ich hoffe, die PSD Datei und die Beschreibung dazu hat Euch ein bisschen geholfen (falls jemand wirklich den ganzen Artikel bis zum Ende gelesen hat).

Wenn noch Fragen sind, könnt ihr sie natürlich gerne in den Kommentaren stellen!

**** ROTATE ****

Comments posted (6)

Hey Stefan, vielen Dank für die PSD. Etwas weniger Beauty Retusche hätte mir besser gefallen. Ansonsten seht gut beschrieben.

Hättest Du das Bild generell anders bearbeitet, oder wärst Du mit anderen Techniken zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen? Wenn ja, würden mich die Techniken natürlich interessieren 😉

Schon erstaunlich wie unterschiedlich doch Menschen mit Photoshop arbeiten. Ich hätte eine gänzlich andere Bearbeitung mit anderen Mitteln durchgeführt 🙂

[…] die komplette Beschreibung der Bearbeitung und das PSD haben möchte, ist eingeladen, den Artikel "Sexy High Key Portrait – eine PSD mit allen Ebenen" auf meinem Blog zu […]

Tolle PSD. Gibt mir neue Ansätze bei der PS Bearbeitung.
lg
Markus

Danke für PSD Datei und den Artikel
War sehr interessant für mich

Gruß
Günter

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