Crosslightning – Blitzsetup für natürliche Ausleuchtung mit zwei Blitzen

Posted by Stefan | Posted in People, Tutorial | Posted on 15-07-2010

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Oliver hat auf seinem Blog fotolism.us eine Blogparade zum Thema “Richtig Blitzen – Dein Beitrag zum Umgang mit dem Blitz” gestartet. Da nehme ich doch gerne teil und zeige Euch eines meiner Lieblingssetups beim Blitzen in geschlossenen Räumen.

Das Setup habe ich mir nicht selber ausgedacht, sondern von David Hobby von Strobist gelernt, der nahezu euphorisch wird, wenn er über Crosslightning spricht. Und Recht hat er!

Crosslightning bedeutet eigentlich nur, dass die verwendeten Lichtquellen sich diagonal gegenüber befinden. Weil es so einfach ist, verwende ich es gerne in geschlossenen Räumen, wenn ich fotografieren will, aber meine Models nicht für das Bild posen, sondern sich ganz normal verhalten und ich eher “Schnappschüsse” machen will.

Durch das Lichtsetup tauche ich praktisch den ganzen Raum in Licht, so dass es nicht so entscheidend ist, dass die fotografierte Person sich an genau einer Stelle befindet.

In meinem heutigen Beispiel zeige ich Euch Bilder, die in einer Ferienwohnung entstanden sind. Ich wollte die Kleinen “unauffällig” beim Spielen fotografieren. Dafür habe ich zwei Aufsteckblitze verwendet, die über einen Funkauslöser ausgelöst wurden. Einen der Blitze habe ich einfach auf dem Fernseher positioniert und damit auf die Zimmerdecke gezielt, also indirekt geblitzt.

Den zweiten Blitz habe ich diagonal gegenüber an der Gardinenstange befestigt und damit auf die Wand gezielt, also auch hier indirekt geblitzt. Von der Leistung war der eine Blitz auf 1/8 und der andere auf 1/4 Leistung eingestellt, also mit einer Blende Unterschied. Read the rest of this entry »

Video Tutorial – Blitzen auf den zweiten Vorgang mit Martin Krolop

Posted by Stefan | Posted in Tutorial | Posted on 07-07-2010

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Im Film geht’s ums Blitzen auf den zweiten Vorhang: Die Frage, wann der Blitz gezündet werden soll, ist vor allem dann wichtig, wenn es darum geht bewegende Objekte abzulichten. Anhand eines kleinen Versuchaufbaus zeigt Martin Krolop, wo die Unterschiede zwischen dem Blitzen auf den ersten bzw. zweiten Vorhang liegen und wie diese beiden Blitzarten die Bewegungslogik beeinflussen.

Der Film wurde wieder von meinem Partner fototv.de zur Verfügung gestellt. So, jetzt viel Spass damit!

Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust…

Posted by Stefan | Posted in People, Von der Idee zum Bild | Posted on 21-06-2010

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… oder wie mache ich Bilder, bei dem ein Model öfters auf dem Bild ist? Neudeutsch nennt man das Multishot Technik und genau darum geht es bei diesem Artikel heute.

Die andere Frage ist natürlich, warum man ein Model öfters auf dem Bild haben möchte. Wir brauchen also erstmal eine Bildidee, bei der das ganze überhaupt Sinn macht. Meine ist folgende: Ich möchte zwei Seiten einer Person zeigen, einmal die brave und schüchterne und einmal die wilde und selbstbewusste Seite. Das ganze wollte ich sowohl über die Kleidung als auch über die Haltung und Pose des Models ausdrücken.

Beim Lichtsetup habe ich schon beide Positionen mit meinem Model Veruca ausprobiert und getestet, ob sie jeweils genug Licht abgekommen. Die “wilde” Seite habe ich dabei bewusst etwas dunkler gelassen. Fotografiert habe ich wieder vor meinem neutral-grauem Hintergrund, also nicht verwirren lassen, dass der im folgenden Setupdiagramm schwarz ist.

Apropos Lichtdiagramm: Durch einen Artikel von Daniel bin ich auf sylights (Show your Lights) aufmerksam geworden. Auf der Seite kann man recht komfortabel Licht Aufbauten dokumentieren und auch abspeichern.

Mein “braves”  Model wird von einer grossen Softbox beleuchtet und die andere Seite von einem Reflektor aufgehellt. Der Beauty Dish mit Wabe ist das Hauptlicht für das “wilde” Model. Read the rest of this entry »

Speedlite bringt Sessel zum Explodieren

Posted by Stefan | Posted in People, Tutorial | Posted on 14-06-2010

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Nein, es ist nichts dabei passiert und ja, das könnte auch die Schlagzeile einer grossen deutschen Boulevardzeitung sein. Wobei, frei erfunden ist es hier eigentlich nicht.

Allerdings geht es mehr um eine farbliche Explosion. Jetzt aber von Anfang an:

Model La Candy war neulich bei mir im Studio und wir haben die verschiedensten Bilder mit vielen unterschiedlichen Outfits gemacht. Es wird sicherlich noch ein paar Blogeinträge dazu geben!

Das Set, das ich Euch heute vorstelle, haben wir als High-Key Setup gemacht, da ich das gelbe Latexoutfit und den aufblasbaren Sessel so richtig zum Leuchten bringen wollte.

Das Lichtsetup mit vier Blitzen sah so aus:

Zwei Blitze sind auf den weissen Hintergrund gerichtet, um den komplett auszubrennen und ihn damit rein weiss zu bekommen. Mein Model wurde von einem Beauty Dish mit eingesetzter Wabe ausgeleuchtet.

Damit wurde das Bild eigentlich schon recht gut. Den letzten Kick brachte dann aber ein Speedlite, das ich hinter den Sessel gelegt habe und mit ca. 1/16 Leistung blitzen liess. Um das Speedlite auszulösen, habe ich einen Funkempfänger von Elinchrom angeschlossen, da es leider nicht wie die Studioblitze über eine Fotozelle verfügt, die auf Licht reagiert.

Damit explodiert das Gelb des Sessels regelrecht. Die Sättigung muss ich anschliessend in der Bildbearbeitung auf jeden Fall nicht mehr erhöhen.

Das zeigt wieder einmal, dass auch kleine Blitze in einem Studio durchaus ihre Berechtigung haben. Dadurch, dass der Blitz eben relativ klein ist, konnte ich ihn hinter dem Sessel platzieren und er ist im fertigen Bild nicht zu sehen.

Capture the Light Postershop - posterXXL

Wet Shirt – Kontrastreiche Ausleuchtung mit Beauty Dish und Wabe

Posted by Stefan | Posted in People, Tutorial | Posted on 09-04-2010

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Bei einem anderen Bild aus diesem Shooting bin ich ja schon auf die Bildbearbeitung näher eingegangen, im heutigen Beitrag möchte ich ein paar Zeilen zum Lichtsetup für das folgende Bild schreiben.

Dreamlight_20091106_183_kontrastreich

Stefan Kassal - mygallStefan Kassal - zoonarCapture the Light Postershop - posterXXL

Das Bild wurde bei mir im Studio vor neutral grauem Hintergrund aufgenommen. Manche von Euch werden jetzt vielleicht denken “Grau?” der ist doch schwarz! Ja, das stimmt und ich habe ihn auch nicht in Photoshop schwarz gefärbt.

Der Trick dabei ist, dass kein Licht von den Blitzen auf den Hintergrund fallen darf. Dafür habe ich nicht nur die Lichtquellen recht nah an mein Model gestellt, sondern auch Waben für die Lichtformer verwendet. Diese gitterartigen Vorsätze gibt es für die verschiedensten Lichtformer und sie sorgen dafür, dass das Licht gerichteter und damit auch besser kontrollierbar ist.

Mein Hauptlicht war ein Beauty Dish mit Wabe von vorne oben links. Von hinten rechts war noch ein zweiter Blitz mit Wabe im Einsatz, der für das Haar und Streiflicht sorgt.

Minimalist Lighting: Professional Techniques for Location Photography

Posted by Stefan | Posted in Allgemein, Erfahrungsbericht | Posted on 10-02-2010

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Heute möchte ich Euch wieder mal kurz über ein empfehlenswertes Buch berichten.

Es geht um Minimalist Lighting: Professional Techniques for Location Photography von Kirk Tuck. Aufmerksam auf das Buch bin ich durch die Buchempfehlungen auf der Strobist Seite geworden. Damit dürfte auch schon klar sein, um was es bei dem Buch geht: Hauptthema des Buchs ist das Fotografieren on location mit Kompaktblitzgeräten also im Prinzip das gleiche wie in Joe McNally’s Hot Shoe Diaries.

Trotzdem sind die beiden Bücher von der Machart recht unterschiedlich. Im Gegensatz zu Joe ist der Schreibstil von Kirk eher nüchtern und technisch. Auf den ersten Seiten des Buches wird die Philosophie, die hinter dem Strobisten-Ansatz steht, erklärt und mit Beispielen hinterlegt. Ken zeigt auch an Beispielen, wie bestimmte Jobs mit schwerem Equipment wie Studioblitzen viel aufwendiger und teurer geworden wären. Auch in den späteren Kapiteln geht er an verschiedenen Stellen immer wieder darauf ein, welchen Vorteil er jetzt durch die kleinen Blitze hat.

Es gibt auch ein Kapitel, das die Ausrüstung von Blitzgeräten über Auslöser bis hin zu Stativen alles behandelt. Es ist zwar interessant zu lesen, hätte aber für meinen Geschmack ein bisschen kürzer ausfallen können.

Der interessanteste Teil ist sicherlich, wenn es um die verschiedenen Jobs geht. Hier beschreibt Kirk sehr anschaulich, mit welchen Problemen er zu kämpfen hatte und wie diese gelöst werden konnten. Farbige Filterfolien für die Blitze werden dabei natürlich oft mit angesprochen. Viele Skizzen runden die Erklärungen ab und helfen einem recht gut, dass man sich das Lichtsetup vorstellen kann.

Fazit: Das Buch hatte bei mir zwar keinen Aha-Effekt ausgelöst, da ich mich schon etwas mit der Materie beschäftigt hatte, trotzdem bereue ich den Kauf in keinster Weise. Oft sind es ja die kleinen Tipps und Tricks, die einem weiter helfen, wenn man vor dem gleichen Problem steht. Die Lösungsansätze sind immer gut beschrieben und durch die Einleitung ist es auch für Anfänger in dem Bereich Blitzfotografie on Location gut geeignet.

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Amherst Media (2. August 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1584282304
ISBN-13: 978-1584282303

Stillleben am Esstisch oder “Less gear, more brain”

Posted by Stefan | Posted in Allgemein | Posted on 01-11-2009

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Im heutigen Artikel spielen ein paar Leckereien die Hauptrolle als Model. Da haben wir einmal das Glas mit frischen Latte Macchiato, eine Mohnschnecke und eine Espressokanne, die sich beide dezent im Hintergrund halten und ein paar Kaffeebohnen, die eigentlich nur Lückenfüller sind, diesen Job aber recht dekorativ erfüllen.

Fotografiert ist das ganze dieses Mal nicht im Studio, sondern direkt am Esstisch im Wohnzimmer. Ein bisschen Ausrüstung ist natürlich trotzdem notwendig. Das wichtigste an diesem Bild war mir – neben der Anordnung der Models – das Licht. Es sollte schön natürlich aussehen und nicht nach einer geblitzten Aufnahme.

Latte Macchiato

Stefan Kassal - mygallStefan Kassal - zoonar

Das Hauptlicht kommt von einem Speedlite und vorne rechts und wird von einem California Sunbounce Reflektor mit Zebrabespannung schön weich und warm auf das Motiv gelenkt. Links hinten ist ein kleiner Blitzkopf am Tisch montiert, der für die Streiflichter sorgt. Alle Blitze werden entfesselt über einen Funkauslöser ausgelöst.

Mit diesen beiden Lichtquellen wäre allerdings die linke Seite des Glases zu dunkel gewesen, es fehlte noch ein bisschen Fülllicht. Jetzt hätte ich natürlich noch einen weiteren Blitz aufstellen können und damit die Seite ein bisschen aufhellen.

Gemäss dem Motto von David Hobby “Less gear, more brain” habe ich mir das grosse Zimmerfenster auf der linken Seite zu Nutze gemacht:

Die Kamera war sowieso auf dem Stativ montiert, so dass ich mir über die Verschlusszeit keinerlei Gedanken machen musste. Ich konnte diese also so weit verlängern, bis das Umgebungslicht auf dem Bild stark genug war, um die Schatten ein wenig aufzuhellen. Die Belichtung auf der rechten Seite des Glases und dem Tisch änderte sich dadurch nicht, da sie fast nur vom indirekten Blitz über den Reflektor beeinflusst wird.

Da der Blitz in einem Bruchteil einer Sekunde sein Licht abgibt, ist nur die eingestellte Blende an der Kamera dafür entscheidend, wie viel von dem Licht auf den Sensor gebannt wird.

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Da ich danach gefragt wurde, das sind die Produkte von California Sunbounce, die ich hier verwendet habe. Wenn ihr sie über die Amazon Links bestellt, unterstützt ihr mich und diesen Blog, zahlt dabei aber natürlich keinen Cent mehr!

The Hot Shoe Diaries

Posted by Stefan | Posted in Allgemein | Posted on 30-04-2009

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The Hot Shoe Diaries – Creative Applications of Small Flashes (Voices That Matter) so heisst das neue Buch von Joe McNally. Schon von seinem ersten Buch Der entscheidende Moment war ich sehr begeistert.  Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Buch. So hoch, dass ich nicht auf die deutsche Übersetzung warten wollte, sondern das Buch in der Originalsprache bestellt habe.

An erster Stelle ein Punkt, der für manche negativ sein könnte: Joe McNally arbeitet mit Nikon Ausrüstung und dementsprechend beziehen sich auch viele Beschreibung auf das Nikon iTTL System. Ich selbst arbeite mit Canon und mich hat es nicht gestört, es geht ja viel mehr darum, die Arbeitsweise zu verstehen. Die Einstellung kann man auch auf andere Systeme übertragen. Trotzdem wollte ich es nicht unerwähnt lassen…

Wie schon Der entscheidende Moment besteht auch das neue Buch neben einer Einleitung zum Thema hauptsächlich aus Bildern und der Erklärung zur Entstehung derselben. Dabei geht der Author natürlich hauptsächlich auf die Ausleuchtung der Szene ein. Damit ist das Buch wieder kein klassisches Lehrbuch, was aber nicht heisst, dass man nicht viel beim Lesen lernen kann. Wer weiss zum Beispiel auf Anhieb, wann und warum es Sinn machen kann, an der Kamera eine Belichtungskorrektur von z.B. -1.5 einzustellen und beim Blitz +1.5?

Zu guter letzt sind die Anekdoten von Joe auch immer sehr lustig und unterhaltsam. Wer mit McNallys Auffassung von “Available Light” (jedes Licht, das man kriegen kann… und das schliesst auch Blitze mit ein) leben kann, wird seine Freude mit dem Buch haben.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für das Buch!

Verlag: New Riders; Auflage: 1 (28. April 2009)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0321580141
ISBN-13: 978-0321580146