Grundlagen der nicht-destruktiven Bildbearbeitung

Posted by Stefan | Posted in Bildbearbeitung | Posted on 17-12-2010

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Dieser Artikel ist vor einiger Zeit schon als Gastartikel auf dem Blog von fotokasten.de erschienen. Da ich im Moment durch meinen Umzug nicht dazu komme, neue Artikel zu schreiben und weil ihn vermutlich nicht alle meine Leser schon kennen, veröffentliche ich ihn hier nochmal 😉

Wer sich ein bisschen mehr mit der Bearbeitung von Bildern befasst, wird wahrscheinlich früher oder später auf den Begriff der „nicht-destruktiven Bildbearbeitung“ stoßen. Was es damit auf sich hat und wie es funktioniert, werde ich in diesem Artikel beschreiben.

„Nicht-destruktive Bildbearbeitung“ – was ist das eigentlich?

Das Originalbild bleibt während der kompletten Bearbeitung unangetastet, so dass man jederzeit wieder darauf zurückgreifen kann. Für die Bearbeitung in Photoshop – und das gilt für alle Bildbearbeitungsprogramme, die mit Ebenen arbeiten – bedeutet dies, dass die Hintergrundebene, die das Ausgangsbild enthält, nicht verändert wird.

Alle Änderungen werden entweder auf Kopien dieser Ebene oder noch besser mit Einstellungsebenen und Smartfiltern gemacht. Das hat den großen Vorteil, dass man auch auf weit unten liegenden Einstellungsebenen am Ende noch Änderungen vornehmen kann, die sich sofort im Bild bemerkbar machen.

Zusammengefasste Ansicht, aber nicht „eingefroren“

Das Ganze möchte ich anhand der Ebenen eines meiner Bilder verdeutlichen. Die Entstehung des Fotos habe ich in einem früheren Artikel schon besprochen, aber diesmal geht es mir um etwas anderes:

Die Ebene mit dem Namen „Layer 12“ ist die erste Ebene, bei der ich nicht mehr komplett „nicht-destruktiv“ arbeiten konnte, weil ich da bereits alle Ebenen zu einer neuen zusammengefasst habe.

(Zur Vergrößerung der Ansicht bitte auf Bilder klicken.)

Das Foto sieht zu diesem Zeitpunkt (also vor „Layer 12“) so aus:

Was bedeutet das jetzt genau? Ganz einfach: Ich kann jetzt auf einer der unteren Ebenen, etwa der Gruppe „Retusche“, noch was ändern oder auf der „Color Fill“-Ebene der Gruppe „Licht“ eine andere Farbe wählen – und sehe das sofort im Bild.

Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, dass man irgendwann alle Ebenen zusammenfasst. Wichtig dabei: Dies sollte so spät wie möglich geschehen, und man sollte immer auf einer neuen Ebene zusammenfassen, anstatt das Bild selbst auf eine einzelne zu reduzieren.

Welche Möglichkeiten gibt es, um „nicht-destruktiv“ zu arbeiten?

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Phantasievolle Fetischfotografie

Posted by Stefan | Posted in People | Posted on 09-11-2010

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In meinem heutigen Beitrag geht es um das Thema Fetischfotografie. Ich denke mal, das dürfte einer der Bereiche sein, zu dem es die unterschiedlichsten Vorstellungen, Meinungen und Ansichten gibt.

Ähnlich wie bei der Aktfotografie reicht die Bandbreite der Bilder von komplett geschmacklos und billig bis hin zu wahren Meisterwerken.

Während bei der Aktfotografie das Thema aber noch recht gut abgegrenzt ist, kann man die Fetischfotografie gar nicht so eingrenzen, da es eben die unterschiedlichsten Vorstellungen davon gibt. Da ich auch in der Gothic Szene aktiv bin (früher mehr als heute) und diese Szene eh recht offen und tolerant ist, sind meine Bilder auch von Elementen dieser Szene geprägt. Das bedeutet Lack- oder Latexoutfits, hohe Schuhe oder auch Elemente aus dem Bondage Bereich.

Während der eine jetzt ein Model in Latexoutfit als Fetishfotografie bezeichnet, gibt es aber auch andere, die das unter Fashion einordnen. Die Grenzen sind also recht fliessend.

Die folgenden Bilder aus einem Shooting mit Model La Candy reihe ich für mich in den Bereich Fetischfotografie ein, da sie sich einiger der oben genannten Elemente bedienen.

Stefan Kassal - mygall

Stefan Kassal - mygall

Natürlich müssen auch solche Bilder nicht immer todernst sein, sondern dürfen auch zum Schmunzeln anregen. Eigentlich könnte das sogar das Titelbild für eine neue Diät sein…

Stefan Kassal - mygall

Das zeigt auch wie leicht man ein die Aussage eines Bildes durch das Austauschen eines Accessoires ändern kann.

Wie steht ihr zu dem Thema, habt ihr auch schon mal Bilder in dieser Richtung gemacht?

Von der Idee zum Bild – What is the Matrix?

Posted by Stefan | Posted in Bildbearbeitung, People, Von der Idee zum Bild | Posted on 12-08-2010

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Von meinem Shooting mit La Candy habe ich vor einiger Zeit schon berichtet. Heute werde ich Euch noch ein Bild aus dem Shooting vorstellen und erklären, wie es entstanden ist.

Als ich gesehen habe, dass mein Model auch einen schwarzen Latex Catsuit als Outfit dabei hatte, wusste ich, dass ich mal wieder ein Bild im Matrix-Style machen sollte.

Ausgangsbild war folgendes:

Als erstes habe ich mich an die Bearbeitung der Haut gemacht, auch wenn man in diesem Bild eigentlich nicht wirklich viel davon sieht.

Die verwendete Technik für die Beautyretusche habe ich früher hier schon einmal beschrieben.

Im nächsten Schritt habe ich Augen und Mund genauer bearbeitet. Die Augen sollten leuchtender und farbiger sein und die Lippen ein bisschen betont werden. Die Augenfarbe und das Augenweiss habe ich dieses Mal einfach mit einem weichen Pinsel und der gewünschten Farbe nachgemalt. Dabei ist es wichtig, den Fluss herunterzusetzen (ca.10-20%), weil es sonst auch mit einem druckempfindlichen Stift recht schwer ist, das ganze vernünftig hinzubekommen. Read the rest of this entry »

Speedlite bringt Sessel zum Explodieren

Posted by Stefan | Posted in People, Tutorial | Posted on 14-06-2010

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Nein, es ist nichts dabei passiert und ja, das könnte auch die Schlagzeile einer grossen deutschen Boulevardzeitung sein. Wobei, frei erfunden ist es hier eigentlich nicht.

Allerdings geht es mehr um eine farbliche Explosion. Jetzt aber von Anfang an:

Model La Candy war neulich bei mir im Studio und wir haben die verschiedensten Bilder mit vielen unterschiedlichen Outfits gemacht. Es wird sicherlich noch ein paar Blogeinträge dazu geben!

Das Set, das ich Euch heute vorstelle, haben wir als High-Key Setup gemacht, da ich das gelbe Latexoutfit und den aufblasbaren Sessel so richtig zum Leuchten bringen wollte.

Das Lichtsetup mit vier Blitzen sah so aus:

Zwei Blitze sind auf den weissen Hintergrund gerichtet, um den komplett auszubrennen und ihn damit rein weiss zu bekommen. Mein Model wurde von einem Beauty Dish mit eingesetzter Wabe ausgeleuchtet.

Damit wurde das Bild eigentlich schon recht gut. Den letzten Kick brachte dann aber ein Speedlite, das ich hinter den Sessel gelegt habe und mit ca. 1/16 Leistung blitzen liess. Um das Speedlite auszulösen, habe ich einen Funkempfänger von Elinchrom angeschlossen, da es leider nicht wie die Studioblitze über eine Fotozelle verfügt, die auf Licht reagiert.

Damit explodiert das Gelb des Sessels regelrecht. Die Sättigung muss ich anschliessend in der Bildbearbeitung auf jeden Fall nicht mehr erhöhen.

Das zeigt wieder einmal, dass auch kleine Blitze in einem Studio durchaus ihre Berechtigung haben. Dadurch, dass der Blitz eben relativ klein ist, konnte ich ihn hinter dem Sessel platzieren und er ist im fertigen Bild nicht zu sehen.

Stefan Kassal - mygallCapture the Light Postershop - posterXXL