Die Bildbearbeitung ist in der digitalen Fotografie nicht mehr wegzudenken.
Wo man früher in der Dunkelkammer versucht hat, das beste aus dem Bild herauszuholen, greift man heute in den meisten Fällen zur digitalen Bildbearbeitung.
Selbst die Kamera bearbeitet die Bild intern schon. Wenn man Bilder im JPG Format aufnimmt, übernimmt die Firmware der Kamera die komplette Umwandlung in dieses Format und legt Parameter wie Farbsättigung, Weissabgleich oder Schärfe fest.
Wer dagegen im RAW Format fotografiert, überlässt der Kamera nur die allernötigsten Schritten und hat den Rest selbst in der Hand, was selbstverständlich empfehlenswert ist.
Es gilt natürlich weiterhin, dass die Qualität des Ausgangsmaterials stimmen muss! Mit der digitalen Bildbearbeitung (oft kurz EBV oder BEA abgekürzt) kann man auch aus einem schlechten Bild kein tolles machen, obwohl das oft angenommen wird.
Heute möchte ich Euch zeigen, wie man ein “normales” Studiobild aufwerten kann, auch wenn man keinen neuen Hintergrund oder ähnliches einfügen möchte.
Das folgende Bild zeigt die endgültige Version des Bildes nach der Bearbeitung. Wenn ihr den Mauszeiger über dem Bild positioniert, seht ihr das ursprüngliche Bild, wenn ihr das Bild anklickt, seht ihr die finale Version grösser.


Welche Schritte habe ich also angewandt, um das Bild zu bekommen, das ich will?
- Bild im RAW-Konverter öffnen und die Parameter so anpassen, dass man ein gut verteiltes Histogramm hat oder das Bild schon im groben den eigenen Vorstellungen entspricht.
- Bild im Bildbearbeitungsprogramm (Photoshop, Gimp, Paintshop Pro,…) öffnen.
- Egal wie perfekt das Model gestylt ist, der erste Schritt ist immer die Beauty Retusche. Dabei werden Hautunreinheiten beseitig, so dass die Haut insgesamt glatter und weicher aussieht. Bei einer guten Beauty Retusche ist es sehr wichtig, dass man die Haut nicht einfach glattbügelt, es sollten immer noch die Poren der Haut zu sehen sein.
- Als nächstes wende ich eine Technik namens Dodge & Burn an. Dabei werden hellen Bereiche weiter aufgehellt und dunkle noch stärker abgedunkelt. Damit kann man zum Beispiel die Gesichtsform oder die Struktur der Kleidung betonen.
- Damit das ganze etwas leuchtender wird, setze ich gerne den Ebenenverrechnungsmodus Weiches Licht ein. Das kann man entweder zusammen mit einer Volltonfarbebene machen oder wie in diesem Fall, das Bild auf eine Ebene kopieren, auf weiches Licht setzen und dann weichzeichnen. Die Intensität des Effekts wird über die Ebenendeckkraft und/oder eine Ebenenmaske dosiert.
Das fertige Bild wirkt jetzt viel klarer und strahlender und könnte so durchaus in einem Hochglanz Fashion Magazin zu finden sein 